Das „Jahr des Lichts“ nimmt weiter Fahrt auf – und damit werden auch die Prüfungen in Bezug auf unsere Ausrichtung spürbarer. Ich nehme momentan bei vielen Menschen Erschöpfung und eine leise Hoffnungslosigkeit wahr.
Einer der Gründe könnte sein, dass wir Ausrichtung oft mit Motivation verwechseln. Und das hat Folgen – nicht nur mental, sondern ganz konkret in unserem Energiehaushalt. Denn Motivation ist ein Gefühl. Ausrichtung ist eine Entscheidung.
Motivation schwankt mit Schlaf, Stimmung und Umständen; Ausrichtung bleibt, auch wenn wir schlecht geschlafen haben, unsere Stimmung mies ist und die Umstände bescheiden.
Motivation ist verführerisch, weil sie sich kraftvoll anfühlt. Wenn sie da ist, scheint alles möglich. Du planst ehrgeizig, versprichst großzügig, stellst dir schnelle Veränderung vor. Aber Motivation ist unzuverlässig. Sie kommt spät, geht früh – und erklärt sich nie. Sich auf sie zu verlassen heißt, die eigene Zukunft in die Hände einer vorüberziehenden Stimmung zu legen.
Ausrichtung funktioniert anders. Sie fragt nicht, wie du dich fühlst. Sie fragt, wofür du dich entschieden hast.
Motivation sagt: Ich handle, wenn es sich stimmig anfühlt.
Ausrichtung sagt: Ich handle, weil ich das so gewählt habe.
Dieser Unterschied verändert alles. Wenn Ausrichtung Motivation ersetzt, verlieren Ausreden ihre Macht. Du wartest nicht länger auf Energie, sondern beginnst, dich auf Disziplin zu stützen. Die Frage verschiebt sich von „Habe ich gerade Lust dazu?“ zu „Was verlangt meine Ausrichtung heute?“ – und auf diese Frage gibt es selbst an schwierigen Tagen eine Antwort.
Motivation führt zu ständigem Abwägen: – „Ist das noch spannend? Ist es das wert? Lohnt es sich?“ Ausrichtung beendet es: Die Entscheidung ist bereits getroffen. Dadurch wird der Kopf leiser, und die Energie geht dorthin, wo sie gebraucht wird: in die Umsetzung. Und paradoxerweise kehrt die Motivation zurück, sobald du deine Ausrichtung umsetzt.
Wenn du ein gleichmäßiges Energieniveau willst, ersetze Motivation durch Ausrichtung. Triff eine Entscheidung – und verpflichte dich, sie umzusetzen, egal ob dabei inspirierende Gefühle auftauchen oder nicht.
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Vielleicht spürst du beim Lesen: Es geht nicht darum, dich härter anzutreiben. Es geht darum, dir selbst gegenüber verbindlich zu werden, deine Zusagen an dich selbst einzuhalten und in dir eine ruhige Verlässlichkeit aufzubauen. Und zwar in kleinen Schritten, die du ehren kannst.
Möge das Ritual dir helfen, dich immer wieder an deine Ausrichtung und ihre Umsetzung zu erinnern. Führe es möglichst morgens aus.
RITUAL
Führe die Gesten aus und sprich dabei den dazugehörigen Satz drei mal.
Wähle vorher eine Ausrichtung für den Tag
und setze sie beim dritten Satz ein.
Diese lichtvolle Tat darf ganz klein sein
und könnte einen Bereich betreffen,
bei dem du darauf wartest, dich motiviert zu fühlen,
bevor du etwas umsetzt.
1. Leg die Hände auf dein Herz-Chakra
„Ich entscheide mich für die Ausrichtung auf das Licht.“
2. Streck die Arme gerade nach vorne aus. Die Handflächen zeigen zueinander.
„Ich verpflichte mich, lichtvolle Wege zu wählen.“
3. Lass die Arme locker hängen und richte dein Brustbein auf.
„Ich richte mich auf und wähle heute _____ (eine lichtvolle Tat)
Wenn du das Ritual durchgeführt hast,
setze die Ausrichtung so konkret wie möglich um,
ohne vorher zu prüfen, ob du dich energievoll genug dafür fühlst.
Tu den ersten Schritt.
